Choreografie
BODILY ME – BODILY US
Di 23. Juni 2026 | 19:30 Uhr | Premiere
Do 25. Juni 2026 | 19:30 Uhr
Fr 26. Juni 2026 | 19:30 Uhr
Sa 27. Juni 2026 | 19:30 Uhr
Sa 27. Juni 2026 | 14:00 – 18:00 Uhr | Workshop
Buntentorsteinweg 112
28201 Bremen
„Man frage mich nicht, wer ich bin, und man sage mir nicht, ich solle der Gleiche bleiben.“
(Michel Foucault)
Wer hat noch nie Spannungen zwischen Selbstwahrnehmung und sozialem Blick erlebt? Sich im „falschen Körper” zu fühlen, wird als gemeinsame menschliche Erfahrung zum Ausgangspunkt der künstlerischen Recherche. Die Reibung zwischen dem empfundenen Körper und den gesellschaftlichen Körperbildern, die vielfach Leid hervorruft, wird hier zum Funken der Kreativität und zu einer Suche nach Heilung.
Nach der Produktion Skin Deep von Helge Letonja und Tù Hoang vertieft OCN die Auseinandersetzung mit dem Köpererleben. Dabei stehen den unmittelbaren Erfahrungen und leiblichen Erinnerungen des eigenen Körpers gesellschaftliche Beurteilungen und Zuschreibungen gegenüber, die oftmals einschränken und trennen. Das ‚Selbst‘ als Individuum in Konfrontation zur Gruppe, zur Gesellschaft – ein Gegensatzpaar, ein Spannungsfeld, zwei Entitäten, die einander beeinflussen, das eine ständig in Gefahr, sich in den anderen zu verlieren. Bodily me – bodily us. Wie verhalten wir uns zu tradierten Welt- und Menschenbildern?
Der Choreograf Pau Aran, langjähriger Tänzer bei Pina Bausch, und Helge Letonja, künstlerischer Leiter des Ensembles, blicken mit der Kompanie Of Curious Nature mittels Tanz auf die Selbstwahrnehmung des Körpers. Die beiden Choreographen eint dabei die Überzeugung, dass Tanz zeigen kann, wie viel Wandelbarkeit und Bewegung dem Selbst zugestanden werden müsste und wie sich das Selbst in einer Gemeinschaft beheimaten kann.
Pau Aran dient die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen an Licht, Klima und Umgebung als Metapher für diese künstlerische Auseinandersetzung. Er vergleicht das Selbst mit dem Ökosystem, dessen Teil es ist: vielfältig, wandelbar, beeinflussbar von äußeren Anstößen, innerlich in fortlaufenden Verhandlungen zwischen Wunsch, Umgebung und Eigenwahrnehmung.
Helge Letonja betrachtet den Körper als Gefäß und schaut auf Formen des Ausdrucks und des Handelns in Bewegung und wodurch sie sich verfestigen: Evolution, soziale Erfahrung, tradierte Bilder, die Weitergabe von Generation zu Generation. Um eigene oder äußere Festschreibungen zu umgehen, sucht er mit den Tänzerinnen und Tänzern eine Bewegungssprache, die mit dem Inneren verbunden ist und Beziehungen zu anderen Körpern als Resonanzen oder Dissonanzen versteht.
OCN schafft Raum zwischen Natur und Kultur und eröffnet im Tanz Wege zur Wertschätzung für jedes energetische Selbst.
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